Alles über Frettchen, Schnupperbesuche und vieles mehr
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Die Kastration- ein unbedingtes MUSS

außer man ist Züchter von Frettchen.

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass das Züchten von Frettchen nichts für Anfänger ist und alle anderen sollten davon doch bitte Abstand halten. Aus diesem Grund werde ich auf das Thema Zucht auch nicht weiter eingehen, das überlasse ich anderen, denn selbst nach 4 Jahren Frettchenhaltung traue ich mir dieses nicht zu und will es auch nicht. Die Vermittlung von Welpen aus Hobbyzuchtanlagen ist alles andere als einfach und es gibt so viele nette Tiere in den Frettchenhilfen, dass man nicht noch selber züchten muss. Somit muss man beim Kauf eines Tieres unbedingt beachten, dass Frettchen kastriert werden müssen, aber nicht nur wegen des ungewollten Nachwuchses, sondern mehr aus gesundheitlichen Gründen.

Die Kosten einer Kastration beim Rüden liegen bei etwa 70,00 – 85,00 Euro und bei einer Fähe kann es schon mal bis zu 125,00 Euro teuer werden. Das ist bei der Anschaffung bitte unbedingt zu bedenken.

 

Kastration beim Rüden:

Rüden kommen mit etwa sieben bis acht Monaten in die Ranz. Du wirst sehen, dass die Hoden in den Hodensack rutschen und anschwellen.
Außerdem ändert sich ihr Verhalten: Sie attackieren ihre männlichen Mitbewohner und belästigen die Fähen. Das Revier wird markiert, indem sie mit dem Bauch über Unebenheiten rutschen und dabei Urin absetzen. In der Ranz riechen Rüden stärker. Du solltest Deinen Rüden kastrieren lassen, wenn die Hoden sichtbar ausgebildet sind. Es ist ein kleiner Schnitt nötig. Die Hoden werden aus dem Hodensack herausgedrückt, die Samenleiter werden abgebunden und die Hoden abge­schnitten.
Hier ist der Eingriff klein und die Wunden verheilen in der Regel komplikationslos.

Bitte achtet aber nach der Operation auf:

  • Bis das Tier richtig wach ist, bitte in einem kleinen Käfig oder in
    der Box belassen
  • Möglichst etwas mehr Ruhe
  • Fieber messen ( Normaltemp. ist 38-39 Grad C.)
  • Rötungen und Schwellungen
  • Starkes Kratzen an der Wunde
  • Sekretaustritt aus der Wunde
  • Blutungen
  • Schwäche des Tieres
  • Tier frisst und trinkt nicht
  • starke Unruhe

Kommt es zu Komplikationen, ist sofort der Tierarzt zu verständigen

 

Kastration der Fähe:

Fähen kommen im Frühjahr in die Ranz. Die Vulva schwillt an, bis sie kirschkerngroß ist. Auch Fähen markieren und setzen kleine Kothäufchen ab. Werden Fähen nicht gedeckt, kann es zu einer Dauerranz kommen.Durch einenÖstrogenüberschuss wird schleichend eine Blutgerinnungsstörung ausgelöst, die tödlich endet. Mit beginnender Ranz solltest Du Deine Fähe kastrieren lassen. Es reicht nicht, das Tier zu sterilisieren, denn dann würden weiter Hormone produziert werden, die zu einer Ranz führen. Um Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke zu entfernen, ist ein Bauchschnitt nötig, der vernäht wird. Anschließend braucht die Fähe ein paar Tage Ruhe. Am besten trennst Du sie von der Gruppe. Sie sollte auch möglichst nicht klettern und toben. Dieser Eingriff ist eine große Operation für Dein Tier und Du musst die o.g. Punkte bitte auch hier genau beachten.

Eine unkastrierte Fähe in der Dauerranz.

Hier seht Ihr eine ganz frische Kastrationswunde einer Fähe.Der Tierarzt hat sich noch zusätzlich für eine Verdrahtung der Wunde entschlossen, damit die Wunde nicht "aufgeleckt" werden kann. Dieses Verfahren ist jedoch nicht zwingend nötig.

Hier die kaum sichtbare Wunde nach einer Kastration eines Rüden. Dieses Foto ist am Operationstag entstanden.

Dies ist Edda.............Edda ist eine unkastrierte Abgabefähe der Frettchenfreunde Rhein-Ruhr und ihre Geschichte geht tief ins Herz. Mit der netten Genehmigung der Frettchenfreunde Rhein-Ruhr dürfen wir diese Geschichte und die Fotos hier zeigen.

Danke dafür!!

 

Edda - eine Bitte

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Edda, und wenn ihr ein bisschen Zeit habt, möchte ich  Euch gerne meine Geschichte erzählen,

Also,  ich bin Edda, eine kleine Frettchenfähe und nicht viel älter als ein  Jahr. Die meiste Zeit meines kurzen Lebens war ich ganz alleine und ich  hätte mir so sehr Frettchengesellschaft gewünscht. Meine Dosenöffner  hatten leider gar keine Ahnung, wie man Frettchen richtig hält – daher  musste ich alleine bleiben, und kastriert wurde ich auch nicht.

Ich  weiss, dass es viele Bücher über uns gibt, und auch im Internet findet  man jede Menge zu Frettchen. Überall steht: Nicht alleine halten und  Fähen müssen kastriert werden, weil sie sonst an der Dauerranz sterben  können.

Keine Ahnung, warum ich dann trotzdem so leiden musste,  ich war doch immer lieb und freundlich zu allen. Trotzdem wurde ich   nicht kastriert und kam in die Ranz, auch dann wurde ich nicht  kastriert. Ich wurde immer dünner und immer schwächer, an meinem Bauch  und Rücken hatte ich fast keine Haare mehr. Richtig hässlich sah ich  aus, wahrscheinlich wollten sie mich deshalb nicht mehr und haben mich  ausgesetzt.

So kam ich dann in  die Frettchenhilfe. Die Leute  da haben mich alle ganz erschrocken angeguckt und ihre Köpfe  geschüttelt. Dann musste ich zum Tierarzt, und auch der hat mich auch ganz  traurig angesehen. Er hat gesagt, er kann mich nicht operieren, weil ich  zu schwach bin und weil mein ganzer Bauch entzündet war. Er hat mich  gepiekst und gesagt, ich müsste kämpfen.

Und ich habe gekämpft,  so gut wie ich konnte mit dem letzten bisschen Kaft, was mir geblieben  ist. Denn ich wollte so gerne in der Frettchenhilfe bleiben. Da wurde  ich gestreichelt,  es gab schöne weiche Decken und sogar eine Lampe, die  alles warm gemacht hat, damit ich nicht frieren musste. Und es gab so  viel zu essen, lauter leckere Sachen, wie im Schlaraffenland. Ich habe  so gut es ging  alles probiert, aber das fressen hat mich ganz doll  angestrengt. Obwohl ich immer so müde war und mir alles weh getan hat,  bin so oft ich konnte rumgelaufen. Es war einfach nur traumhaft, dass ich  so viel Platz hatte und ich wollte es unbedingt auskosten.

Aber  obwohl ich so viele Spritzen bekommen habe, bin ich immer müder und  müder geworden. Ich kann jetzt nicht mehr alleine essen, und trinken mag  ich auch nicht mehr. Ich möchte nur noch schlafen. Gerne würde ich noch  viel länger hierbleiben und das Leben geniessen, aber ich spüre, dass mir  nur noch ganz wenig Zeit bleibt.

Meine Geschichte habe ich nun zu Ende erzählt, jetzt habe ich zum Abschied noch eine ganz große Bitte:

Ich  weiss, dass ich leider nicht die einzige Fähe bin, der es so schlimm  ergeht. Es gibt ganz viele Fähen, die dieselbe unendliche Trauer  empfinden und dieselben Schmerzen erleiden müssen,  wie ich gerade im  Moment, und es wird immer auch in Zukunft noch so viele geben, die mein  Schicksal teilen müssen.

Daher bitte ich Euch: Wenn Ihr Euch  überlegt, junge Fähen aufzunehmen, denkt dran, dass sie spätestens, wenn  sie in die Ranz, kommen kastriert werden müssen und dass so etwas auch  Geld kostet. Ihr seid für Eure Frettchen verantwortlich, das dürft ihr  nie vergessen!

Für mich wird es jetzt Zeit, die Regenbogenbrücke  wartet. Aber ich verspreche Euch, ich werde immer mal wieder  zurückschauen und würde mich freuen, wenn meine Geschichte ein bisschen  dazu beiträgt, Frettchenleid zu verhindern.

Eure Edda