Alles über Frettchen, Schnupperbesuche und vieles mehr
Alles über Frettchen, Schnupperbesuche und vieles mehr

Frettchen sind Fleischfresser (Raubtiere) und ihr gesamter Verdauungstrakt ist daran angepasst. Nahrung wird relativ unzerkaut heruntergeschluckt. Der Nahrungsbrei passiert den Magen und den kurzen Darm in ein bis drei Stunden. Knochenteile werden mit verdaut, Haare und Federn mit dem Kot wieder ausgeschieden.

Die kurze Verweildauer (etwa 4-6 Std.) der Nahrung im Darm beeinflusst die
Nahrungsaufnahme sehr, denn dadurch muss das Tier ständigen Zugang zu Futter
haben, damit es seinen Organismus wieder mit Energie versorgen kann. Es bleibt
jedem selbst überlassen, zu welchen Uhrzeiten er seine Tiere füttert. Optimal
ist es, morgens und abends mit Frischfleisch oder Futtertieren zu füttern und
eine Schale mit hochwertigem Trockenfutter (Frettchen4You, Totally Ferret,
Ferret Complete) sollte immer bereit stehen. Dieses kannst du im Internet
bestellen. Die entsprechenden Links findest Du am Ende hier unter "Hilfreiche Links". Aber bitte nicht nur Trockenfutter anbieten.

Das Fleisch sollte in großen Stücken angeboten werden. Es ist alles erlaubt - außer
Schwein! Schweinefleisch kann bei Frettchen eine tödliche Viruserkrankung
auslösen. Geeignet ist Puten-, Hühner-, Rind-, Lamm- und Kaninchenfleisch,
bitte aber alles roh. Frettchen lieben Rinderherz, Puten- und Hähnchenmägen,
Leber ( bitte nicht zu oft)  und auch Hühnerhälse, Hühnchenklein und Hühnchenflügel sind geeignet. An den Knochen reiben sich die Tiere die Zähne sauber und die Federn/ Fell reinigen den Darm. Das alles bekommt man in den Fleischtheken der Supermärkte,
frisch oder auch schon als TK-Ware. Günstig wird der Einkauf bei den Schlachtereien
oder im Internet bei den Shops für Tiernahrung, siehe "Hilfreiche Links".

Wenn mal Fisch auf dem Speiseplan steht, dann bitte kein Süßwasserfisch, dieser führt zu Erkrankungen.

Eine weitere Fütterung ist die mit hochwertigem Katzennassfutter, also aus der Dose. Hier musst Du aber darauf achten, dass der Fleischanteil sehr hoch sein muss und das Futter keinen Zucker enthält, dieser schmeckt zwar den Tieren, schadet aber den Zähnen und der Gesundheit der Tiere. Ich persönlich bin daher eher für die natürliche Frischfleischfütterung.

Der Proteingehalt des Katzennassfutters muss mind. bei 10 % liegen und es dürfen keine pflanzlichen
Eiweißextrakte enthalten sein. Taurin sollte es jedoch enthalten, dies ist
nötig, um Herzerkrankungen vorzubeugen. Gute Nassfuttersorten sind z.B. von
Miamor (Milde Mahlzeit) und Animonda (Carny Menue). Bitte kein Hundefutter
verwenden.

Je hochwertiger das Futterangebot ist, desto weniger muss das Tier fressen und
desto weniger Kot setzt es ab. Dieser stinkt dann auch deutlich weniger.

Frisches Wasser muss immer in ausreichender Menge vorhanden sein, dieses sollte bis zu 2x täglich erneuert werden und in schweren Tonnäpfen angeboten werden. So ist eine normale Haltung beim Trinken möglich und schwere Näpfe können nicht so
leicht umgeschmissen werden. Nippeltränken aller Art sollten nur im Notfall zum
Einsatz kommen. Milch, besonders Kuhmilch führt zu Durchfall, laktosefreie Katzenmilch kannst Du verdünnt mit Wasser hin und wieder mal anbieten, bitte danach aber den Kot gut beobachten ( Durchfallgefahr).

Angelehnt an die natürliche Nahrung von Frettchen, sollten die Tiere auch mit ganzen Futtertieren versorgt werden. Hier eignen sich besonders Eintagsküken und
Mäuse, natürlich nicht mehr lebendig. Diese kann man heute auch gut online
bestellen, siehe Link am Ende.

Frettchen müssen mit Vitaminen versorgt werden. Diese sind in den hochwertigen Frettchen­trockenfuttern enthalten. Es wird trotzdem geraten, das Tier zusätzlich mit Vitaminpaste ( immer nur etwas, also kleine Mengen ) für Katzen zu versorgen. Vitamin B kann durch die Gabe von Bierhefeflocken erfolgen. Auf Salze sollte total verzichtet werden!

Im Winter verstoffwechselt das Frettchen die Fette nicht so sehr wie im Sommer. Es
setzt den berühmten Winterspeck an und frisst somit deutlich mehr als in den
Sommermonaten. Dies ist ganz normal und sollte Dich nicht beunruhigen. Die
Leistung der Tiere ist im Winter auch niedriger, mit Frühlingsbeginn hingegen
werden sie wieder viel aktiver und fressen wieder weniger. Den höheren Energiebedarf kannst Du gut mit hochwertigen Ölen ausgleichen, diese müssen aber von bester Qualität und gut verdaulich sein. Alle Fischöle enthalten einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, sind aber nur kurz haltbar. Pflanzliche Öle wie z.B. Olivenöl, Leinsamenöl und Rapsöl können auch gut verwendet werden und Frettchen lieben es - aber bitte nur in Maßen (im Winter max. ½ Tel. pro Tier 3-4 x pro Woche, Öle bestehen zu 100% aus Fett ). Auch die Vitaminversorgung wird so etwas mit abgedeckt.

 

Mal was anderes, aber bitte selten:

Frettchen benötigen nicht viel Abwechslung, dieses wird zwar immer behauptet, aber wenn man bedenkt, dass auf dem Speiseplan früher nur Ratte,Kaninchen und Maus stand, haben unsere Tiere es doch heute schon deutlich besser. Viele ausgefallene und exotische Sachen belasten nur Euren Geldbeutel und viele Tiere rühren es nicht einmal an.

  • Babybrei: z.B. püriertes Huhn oder Rind  ( bei Erkrankungsfall )
  • Eigelb: 1-2 x pro Wochel mit etwas Wasser vermengen, bitte kein rohes Eiweiß!
  • Naschis : Trockenfleisch, Katzen-und Frettchenleckerlies ( ohne Zucker und bitte achtet auf einen möglichst hohen Fleischanteil, gut eignen sich vom Aldi die Edel-Cat-Sticks)
  • Malt-Paste, Vitaminpaste  (in Maßen) z.B. beim Tierarzt oder Krallen kürzen
  • Gemüse: Paprika,hier aber bitte nur die roten und gelben, Gurken....wird von Frettchen nicht verwertet, daher nur selten geben als Leckerchen

 

Bitte nicht verfüttern :

  • Schweinefleisch
  • Tomaten und grüne Paprika ( Säuregehalt ist zu hoch)
  • Äpfel
  • Bananen ( hoher Kaliumgehalt ) und Zuckergehalt
  • Quark und Naturjoghurt ( zu viel Milchzucker, dies führt zu Durchfall)
  • Honig ( klebt und ist zu süß )
  • Kartoffeln und Nudeln, diese sättigen zwar, können aber so gut wie gar nicht verwertet werden
  • rohes Eiweiß

 

Einkaufsliste

Küken, Mäuse, Wachteln, Kaninchen, Ente, Tauben, Geflügel, Rind,
Wild, Trockenfutter, Nassfutter, Herzen, Hälse, Mägen, Leber ( nur 1x im Monat),
Seefisch und Forelle

Tipps:

  • Fell und Knochen werden mitgefressen, das reinigt Darm und Zähne
  • Geflügelknochen splittern nur, wenn sie gekocht wurden, bei rohem Geflügel können die Knochen gern mitgefüttert werden
  • Futtertiere bekommt man am günstigsten im Internet .Frag doch einfach mal beim nächsten Schlachter nach, dort wird viel weggeschmissen, über das sich Deine Frettchen und Dein Geldbeutel freuen

 

 

 

Beispielfotos von korrekt gefüllten Näpfen