Alles über Frettchen, Schnupperbesuche und vieles mehr
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Die Vergesellschaftung

 

Frettchen sind Gruppentiere und sollten nicht einzeln gehalten werden. Es empfiehlt sich, mindestens drei Tiere zu halten. So steht keines der Tiere nach einem Todesfall plötzlich alleine da. Vor einer Vergesellschaftung sollte man sich Gedanken machen, welche Frettchen zusammen-
passen. Die Frettchen sollten nahezu das gleiche Alter haben. Welpen sind für ältere Frettchen meist zu aufgedreht und haben eine größere Spielausdauer. Das kann für das ältere Frettchen sehr anstrengend sein. In dem Fall ist es besser, zwei Welpen zu holen, damit sie miteinander spielen können. Auch die Charaktere der Frettchen sollten zueinander passen. Es ist wichtig, dass alle Frettchen gesund, geimpft und - wenn vom Alter her möglich - kastriert sind. Unkastrierte Rüden können in der Ranz aufdringlich und aggressiv gegenüber anderen Frettchen sein. Im Idealfall suchen sich die Frettchen ihre Partner selber aus. Dazu sollten die Tiere auf neutralem Boden zusammengeführt werden, damit keiner Revieransprüche stellt. Verstehen sich die Frettchen, kann man sie ins neue Heim bringen.

Wichtige Punkte für eine Vergesellschaftung:

- die Frettchen einige Tage auf neutralem Boden halten z.B. in einem Zimmer, zu dem die Frettchen vorher keinen Zugang hatten. Wenn kein geeigneter Ort vorhanden ist, sollte das bestehende Zimmer/Gehege vorher neutral gestaltet werden, indem es gründlich gereinigt und die Decken, Spielsachen und das Katzenstreu ausgetauscht werden.

- viel Platz, damit die Frettchen sich aus dem Weg gehen können
- in einem geschlossenen Käfig haben sie keine Ausweichmöglichkeiten.

- viele Schlafplätze und Versteckmöglichkeiten - dabei beachten, dass die Kuschel­höhlen mehrere Ausgänge haben.

- mehrere Fress- und Trinkplätze - so wird verhindert, dass das neue Frettchen vom Futterplatz vertrieben wird.

Im neuen Zuhause angekommen, soll der Neuling erst einmal alles erkunden. Die bestehenden Frettchen kannst Du entweder mit Paste ablenken oder in ein anderes Zimmer bringen. Aber bitte nicht im Käfig einsperren und das Neue davor herumlaufen lassen, das könnte bestehende Frettchen aggressiv machen.   Wichtig ist es, die Frettchen nach ihrem Zusammentreffen nicht mehr zu trennen. Die Frettchen legen untereinander die Rangordnung fest, welche bei einer Trennung immer wieder von vorne beginnen würde.
Vergesellschaftungen bei Frettchen sind sehr oft langwierige Geschichten.
Manche verstehen sich nach wenigen Tagen und andere brauchen Monate, um sich
richtig zu verstehen. Frettchen und deren Beziehungen zueinander brauchen viel Zeit und Geduld.
Einige Vergesellschaftungen klappen von Anfang an reibungslos, jedoch gehen die meisten Rangkämpfe mit Beißen, Stinkbomben (Entleeren der Analdrüsen), lautem Gequietsche oder Gekreische, Fauchen, schnellem Gegacker und Angsthäufchen einher. Frettchen packen den Gegner im Nacken, um ihn zu unterdrücken. Dadurch können kleine Bissverletzungen im Nackenbereich auftreten. Solange kein Blut fließt, ist das aber nicht weiter bedenklich. Die kleinen Macken können mit Ballistol Animal behandelt werden. Das heilt die Wunden  und hält durch den schlechten Geschmack die Frettchen vom Nacken fern. Bei einer Vergesellschaftung hilft es, positive Momente für die Frettchen zu schaffen z.B. gemeinsames Schlecken von Vitaminpaste, Maltpaste, Eigelb oderSpaziergänge.                                                                              

Für uns Halter sind Rangeleien unter Frettchen meist nur schwer zu ertragen, jedoch sollte man so wenig wie möglich eingreifen. Viele Vergesellschaftungen scheitern an den Besitzern, die nicht genug Nerven haben, um sich die teilweise heftigen Rangkämpfe anzusehen und anzuhören. Wenn man sich unsicher ist, sollte man sich Hilfe von erfahrenen Haltern oder einer Frettchenhilfe suchen, die eine Vergesellschaftung besser abschätzen können.

Es geht in die richtige Richtung, wenn die Frettchen

- sich ohne Rangkämpfe beschnuppern

- gemeinsam fressen

- miteinander kuscheln/schlafen

- sich gegenseitig putzen

- zusammen spielen

Die Vergesellschaftung verläuft schlecht, wenn Frettchen

- starke verkrustete Nackenwunden haben, die nicht abheilen

- von den Futter- und Wasserstellen verdrängt werden

- sich nicht mehr aus ihrem Versteck heraus trauen

- nicht mehr ungestört schlafen können

- ruhiger werden und nicht mehr spielen

- an Panikattacken leiden

- an Gewicht verlieren

- an stressbedingtem Durchfall leiden

 

Wenn eine Vergesellschaftung scheitert, sollte man nicht aufgeben, sondern weiter versuchen, den geeigneten Partner zu finden. Kein Frettchen hat es verdient, sein Leben in Einzelhaft zu verbringen!

Typische Wunde im Nacken, hier ist es bei der Vergesellschaftung hart zur Sache gegangen.............